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Betriebliche Mitbestimmung als Promotor der beruflichen Weiterbildung

Die Branchen in Baden-Württemberg

Finanzdienstleistungen

In der Finanzdienstleistungsbranche (Banken, Sparkassen, Versicherungen) mit in Baden-Württemberg insgesamt 120.000 Beschäftigten existiert ein hoher Veränderungsdruck, der durch die Finanzkrise 2008/2009 noch an Dynamik zugenommen hat. Gründe für den Wandel in der Finanzdienstleistungsbranche sind das veränderte Kundenverhalten, wie auch der starke Branchenwettbewerb, der u.a. durch veränderte Geschäftsmodelle (z.B. Direktbanken) und den durch Deregulierung ermöglichten Markteintritt neuer (internationaler) Anbieter noch intensiviert wurde.

Die Unternehmen der Branche reagieren hierauf bezüglich ihrer internen Prozesse mit einer umfassenden Reorganisation: so wurde beispielsweise das Abwicklungsgeschäft standardisiert, rationalisiert und automatisiert, um Kostenvorteile zu erzielen. Auch in der Versicherungsbranche ist eine IKT-getriebene „Industrialisierung“ der Geschäftsabwicklung zu erkennen, die einher geht mit Standardisierung, digitaler Speicherung und Bearbeitung des Schriftverkehrs und Automatisierung der Geschäftsabläufe. Ein Beispiel für die Auswirkungen der Automatisierung ist die so genannte Dunkelverarbeitung, bei der Geschäftsprozesse automatisiert ablaufen ohne das Zutun qualifizierter Sachbearbeiter. Automationslücken können oft mit unqualifizierten Arbeitskräften geschlossen werden. Komplexe Geschäftsvorfälle werden weiterhin von hochqualifizierten Fachkräften abgewickelt. Diese Entwicklung deutet auf eine Spreizung der Qualifizierungsbedarfe hin. Die weitere IKT-Entwicklung und deren Nutzung durch die Kunden wird jedoch auch in der Finanzdienstleistungsbranche neue Geschäftsmodelle und damit veränderte Beschäftigtenqualifizierungen erfordern.

Handel

Mit rund 500.000 Beschäftigten und rund 210 Mrd. Umsatz ist der Groß- und Einzelhandel nach der Metall- und Elektroindustrie die zweitgrößte Branche in Baden-Württemberg. Die wirtschaftliche Situation der Branche ist durch einen intensiven Preiswettbewerb gekennzeichnet, der die Unternehmen unter starken Kostendruck setzt und damit hohe Rationalisierungsanstrengungen zur Folge hat.

Dabei spielen der Einsatz neuer IK-Technologien und die Automatisierung eine herausragende Rolle, um Ablaufprozesse zu effektivieren und Personalkosten zu reduzieren. So wird bereits seit längerer Zeit im Einzelhandel die Automatisierung des Bezahlvorgangs erprobt, die Warenwirtschaft erfolgt mithilfe neuer RFID-Systeme bereits meist computergestützt. Eine weitere IKT-getriebene Veränderung, mit der sich der Handel auseinander setzen muss, ist die starke Zunahme des Online-Handels im Bereich Business-to-Business (B2B)wie auch bei Business-to-Consumer (B2C). An der Schnittstelle zwischen stationärem und Online-Handel zeichnen sich Potenziale für neue Geschäftsmodelle ab (z.B. Drive-in-Supermärkte). Der IT-Einsatz im Handel hat bei verschiedenen Tätigkeiten unterschiedliche Folgen. Einerseits sind ein-zelne Aufgaben von Automatisierung stark betroffen, andererseits entstehen zusätzliche Aufgaben mit neuen Qualifikationsbedarfen.

Logistik

Mit einem Umsatzvolumen von rund 12 Mrd. Euro und 150.000 Beschäftigten gehört Baden-Württemberg zu den wichtigsten Logistikregionen in Deutschland. Der Logistikbranche kommt aufgrund der starken internationalen Verflechtung von Produktion und Handel eine bedeutsame Aufgabe bei der Organisation einer international arbeitsteiligen Wertschöpfung zu. Damit steigen die Anforderungen an die Logistik, die immer weiter mit den Produktionsprozessen der Industrie und der Warenwirtschaft des Handels verflochten ist.

Mit einem Umsatzvolumen von rund 12 Mrd. Euro und 150.000 Beschäftigten gehört Baden-Württemberg zu den wichtigsten Logistikregionen in Deutschland. Der Logistikbranche kommt aufgrund der starken internationalen Verflechtung von Produktion und Handel eine bedeutsame Aufgabe bei der Organisation einer international arbeitsteiligen Wertschöpfung zu. Damit steigen die Anforderungen an die Logistik, die immer weiter mit den Produktionsprozessen der Industrie und der Warenwirtschaft des Handels verflochten ist.

Von der Produktion, über die Sendungsverfolgung, bis hin zur Optimierung von Transportrouten und Materialflüssen ist dabei die gesamte Logistikkette mittlerweile IKT-gesteuert; in allen Bereichen werden von den Logistikbeschäftigten IT-Kenntnisse und der Umgang mit neuen Technologien erwartet. Logistik bedeutet heute weit mehr als den Transport von Waren und Gütern. Es entstehen neue Geschäftsmodelle in der Kontraktlogistik und im Supply-Chain-Management. Das sogenannte „Internet der Dinge“ ermöglicht zudem innovative Logistikdienstleistungen und -anwendungen. Diese innovative Entwicklung und der Einsatz solcher komplexen Systeme erfordert eine ständige Anpassung der Mitarbeiterqualifikationen, v.a. bei kaufmännisch-administrativen Aufgaben, aber z.T. auch im gewerblichen Bereich.